Konferenz zum Schutz vor sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche

Kinderschutz und Neue Medien. (Copyright: Save the Children, Save the Children Deutschland)
Heute findet in Berlin die „Europäische Konferenz zum Schutz vor sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche mit Fokus auf neue Medien: Perspektiven für Europa” statt, die vom Bundesfamilienministerium in Zusammenarbeit mit ECPAT, Innocence in Danger, Save the Children und UNICEF organisiert wird.

Kinderschutzorganisationen, zuständige Ministerien aus zehn europäischen Ländern, Online Service Provider, sowie nationale und internationale Strafverfolgungsbehörden wollen uns heute in Berlin auf die wichtigsten Forderungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt in den neuen Medien einigen.

Die beteiligten Kinderschutzorganisationen betonen auf der Konferenz, dass Sexualstraftäter die neuen Medien nutzen, um Kinder gezielt zu manipulieren und für sexuelle Handlungen gefügig zu machen. Der Missbrauch, der auf kinderpornografischen Abbildungen im Netz zu sehen ist, ist oft brutal und die gezeigten Opfer häufig sehr jung: Laut einer US-Untersuchung* sind sechs Prozent der Opfer noch Kleinkinder oder Säuglinge.

Drei Ziele sind dabei für Save the Children Deutschland von besonderer Bedeutung.

    1. Der Identifizierung der Opfer muss international eine höhere Priorität eingeräumt werden. Denn das Wissen über die betroffenen Mädchen und Jungen in den neuen Medien ist erschreckend gering. Darauf aufbauend müssen Schutz und Hilfe für Missbrauchsopfer dringend verbessert werden.
    2. Die Schritte eines Grooming Prozesses müssen als zu sanktionierende Straftat aufgenommen werden, also die Kontaktaufnahme und Manipulation von Minderjährigen mit sexueller Motivation. Die deutsche Gesetzgebung muss diese Anbahnung, den so genannten „Grooming Prozess“, als Straftatbestand werten.
    3. Wir brauchen Maßnahmen zur Förderung der Medienkompetenz von Kinder (und Erwachsenen). Kinder und Jugendliche sind äußerst aktive Nutzer des Internets; zunehmend sind sie beim Surfen alleine.

* International Centre for Missing & Exploited Children

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2 Kommentare zu “Konferenz zum Schutz vor sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche”

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  1. Katharina Kunze  am Freitag, 10. Juli 2009

    Eine Woche nach der Konferenz – wird mir beim Anschauen der Video- Podcasts auf http://www.child-protection-conference.org/agenda.html noch einmal bewusst, wie wichtig es war (und immer noch bleibt!), sich auf europäischer Ebene gemeinsam für den Schutz von Kindern und Jugendlichen auszutauschen und einzusetzen.
    Erfolgreich war die Konferenz allemal. Besonders beeindruckt haben mich die Referentinnen und Referenten und deren Input für die Diskussionen in den Workshops. Die Beteiligung von 240 Expertinnen und Experten sowie die Forderungen, die im Rahmen der Abschlusserklärung noch einmal gestellt wurden zeigen, wie wichtig internationale Zusammenarbeit ist.

    Nun liegt es an uns allen, die Forderungen aktiv umzusetzen!

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  2. bluehaven  am Samstag, 11. Juli 2009

    Wenn ich mir vorstelle, dass 99% der sexuell missbrauchten Kinder nicht gefilmt und/oder fotografiert werden, dann frage ich mich, wo Frau von der Leyen und savethechildren in den letzten Jahren waren, um diesen 99% zu helfen.
    Die Konferenz war und bleibt eine Wahlkampfveranstaltung für die Frau Ministerin.

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