Not macht erfinderisch

Wer nichts oder nur sehr wenig hat, ist oft einfallsreicher bei der Lösung von Problemen als jemand, der sich alles kaufen kann. So zum Beispiel in den ärmsten Regionen Indiens: „Die Menschen sind zwar wirtschaftlich arm, aber an Wissen sind sie reich“, sagt Anil Gupta, Professor am Indian Institute of Management in Ahmedabad und Initiator des Honey Bee Netzwerkes.

Jedes Jahr wandert er von Dorf zu Dorf, begleitet von Studenten, Forschern und Bauern. Ziel seiner Reisen ist es, traditionelles lokales Wissen aufzunehmen und zu verbreiten, um so Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Denn die Menschen dort sind kreativ im Entwickeln von innovativen Lösungen, seien es neue Heilmethoden, Möglichkeiten der Pflanzenzüchtung oder Transportsysteme. Nur gelangen solche Ideen oft nicht einmal bis ins Nachbardorf. Also geht Gupta zu den Menschen, lässt sich ihre Erfindungen vorstellen und nimmt sie in die Onlinedatenbank des Honey Bee Networks auf. So kann das Wissen weitergegeben werden, damit möglichst viele davon profitieren. Seit 1988 sind bereits über 100 000 Einträge zusammengekommen. Guptas Traum ist ein weltumspannendes Wissensnetz der Armen, von dem auch die reichen Staaten lernen können. Klingt nach einer neuen Form der Entwicklungszusammenarbeit …

Hier ein Video mit einem Vortrag von Anil Gupta: „India’s hidden hotbeds of invention“

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