Mehr Geld allein reicht nicht!

geberkonferenzIn den kommenden Tagen beherbergt Gastgeber Kanada in Huntsville und Toronto die Industrienationen, deren  BIP 90% des globalen Wirtschaftsaufkommens ausmacht. Neben den ewigen Top Themen Wirtschafts- und Finanzkrise hat sich der kanadische Premier Stephan Harper auch die Verbesserung der Mütter- und Kindergesundheit auf die Fahne geschrieben.

Angelehnt an die vor 10 Jahren verabschiedete Millenniumsentwicklungserklärung wollen die Teilnehmer nun den Grundstein für einen Aktionsplan legen, der das Leben von Millionen Kindern und ihren Müttern in Entwicklungsländern verbessern soll.  Diesmal soll es, mal wieder, nicht bei Lippenbekenntnissen bleiben. Fünf Jahre vor dem Stichtag brauchen wir dringend konkrete, transparente und bindende Zusagen der Geberländer. Es ist zu erwarten, dass die von Harper initiierte Initiative zu Verbesserung der Mütter-,  Neugeborenen-, und Kindergesundheit von den Geberländern auch entsprechend mit finanziellen Zusagen bedacht wird. Doch ist das alles was uns tatsächlich fehlt, für die ‚bessere’ Welt?

In der politischen Diskussion verliert das Treffen der G8 immer weiter an Bedeutung. Wirklich „wichtige“ Themen werden längst unter den G20 besprochen, deren Wiederbelebung des Internationalen Währungsfond (IWF) in London 2009 vor allem in der Zivilgesellschaft für lebhafte Diskussionen gesorgt hat. Die Kreditpolitik des IWF ist seit jeher umstritten und wird als Stolperstein für die wirtschaftliche Unabhängigkeit vieler sich entwickelnder Staaten gehandelt. Wie wirksam können wohlwollende Zusagen sein, wenn die Verteilung vieler Gelder zwar finanz- und wirtschaftstheoretisch nahezu perfekt, im entwicklungspolitischen Zusammenhang aber kontraproduktiv ist?

Es ist höchste Zeit zu verinnerlichen, dass unser Handeln als Gebergemeinschaft im Positiven wie im Negativen unmittelbare Auswirkungen auf das Leben von Millionen Menschen in ärmeren Ländern hat. Hierbei geht es nicht um Mildtätig- oder Großzügigkeit, sondern um die Einhaltung von grundlegenden Menschenrechten. Als Zivilgesellschaft ist es unsere Aufgabe, die Regierungen daran zu erinnern! Denn es ist nicht unantastbare Finanzmarkttheorie, sondern traurige Realität, dass jedes Jahr unzählige Menschen vor fast neun Millionen Gräbern um ihre verlorenen Kinder weinen!

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