Piri piri und Einschusslöcher

Seit gut einem Tag bin ich nun schon in Mosambik, genauer gesagt in der Hauptstadt Maputo. Ich bin hier, um in einem Team von fünf Personen ein Review eines Projektes unserer Kollegen aus Amerika durchzuführen. Nach dieser Woche werde ich sicherlich ein differenzierteres Bild haben…
Gestern bin ich nach einer Anreise von gut 19 Stunden in Maputo angekommen. Nachdem wir zunächst über eine unglaublich schöne Landschaft geflogen sind, führten und die letzten Minuten im Tiefflug über die Slums, die Maputo kilometerweit umgeben. Mehr als eine Million Menschen lebt hier. Im Hotel treffe ich etwas später meine zwei Kolleginnen. Nach einem kleinen Plausch verabreden wir uns zum Abendessen in einem kleinen Restaurant. Zum ersten Mal esse ich Piri Piri, eine Chilisauce für die Mosambik berühmt ist, und fühle mich cosmopolitisch.

Heute haben wir nach dem Frühstück einen im Reiseführer empfohlenen Stadtrundgang gemacht. Die Straßen sind relativ leer bis auf einige Gruppen Jugendlicher sowie Wachpersonal vor den großen Banken. Das Wachpersonal, bis unter die Zähne bewaffnet, schaut im Vergleich zu den Jugendgruppen plötzlich ganz freundlich aus. Meine Kollegin erzählt, dass zwei weitere Kollegen im letzten Jahr mitten am Tag überfallen wurden. Wir haben zwar keine Wertgegenstände dabei (deshalb gibt es in diesem Blog auch kein Foto), aber als uns einige junge Männer um ein paar Straßenecken hinterhergehen, haben wir trotzdem ein mulmiges Gefühl. Im Laufe des Tages werden wir noch häufiger beobachtet und “verfolgt”, aber wir bemühen uns, dann schneller zu gehen und die Straßenseite zu wechseln, oder vielleicht haben wir auch einfach Glück, dass nichts passiert.

Maputo ist keine schöne Stadt. Es gibt einige wenige Sehenswürdigkeiten (zum Beispiel den Bahnhof, von einem Mitarbeiter Gustav Eiffel’s gebaut und von Leonardo DiCaprio in “Blood Diamond” als Location für ein Hotel verwendet) und verfallende Kolonialhäuser sowie viele Plattenbauten. Auf dem Rückweg kommen wir an einem kleinen Jungen vorbei, der in der Mülltonne nach Essen sucht. Alle Geschäfte haben geschlossen und wir haben nichts dabei. Am Straßenrand stehen Autos mit notdürftig geflickten Einschusslöchern.

Abends fahren wir vorbei an Villen in ein Restaurant. Jetzt im Hotel wird mir bewusst, wie gut ich es habe. Nach den ersten 24 Stunden in Maputo bin ich froh, hier zu sein. Der Unterschied zwischen arm und reich ist zu groß – und billig ist Maputo nicht! Sowohl Hotel als auch Verpflegung kosten das gleiche wie in Deutschland, allein die Cola ist billiger. Ich frage mich, wie der durchschnittliche Mosambikaner mit 40 USD im Monat auskommt.

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Ein Kommentar zu “Piri piri und Einschusslöcher”

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  1. Christina (Corporate Fundraising)  am Montag, 26. Juli 2010

    Das soll ja nicht heißen, dass es nicht auch günstigere Möglichkeiten gibt. Vergleicht man jedoch gleiche Produkte oder Dienstleistungen (etwa ein Hotel gleicher Ausstattung), so kommt Maputo da nicht besser weg als Berlin. Hier in Maputo gibt es allerdings nur sehr wenige Leute, die sich ein Hotelzimmer mittlerer Kategorie leisten können. Die Luxushotels, die gerade gebaut werden, sind eher nicht für Mosambikaner gedacht…

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