Wo ein Wille ist, …

Africa Summit_BlogWieder ein Gipfeltreffen, diesmal in der ugandischen Hauptstadt Kampala. 33 afrikanische Staatschefs treffen sich als Vertreter der Afrikanischen Union (AU), um konkrete Schritte zur Senkung der Mutter- und Kindsterblichkeit in den am meisten betroffenen Ländern südlich der Sahara festzulegen. Soweit die Agenda…

Die jährlich 4,5 Millionen Kinderleben, welche wir allein in Afrika politischem Unwillen opfern, zeigen deutlich die Notwendigkeit eines sofort einsetzenden Aktionsplans. 2001 verpflichteten sich die Mitgliedsstaaten der Afrikanischen Union 15% ihrer Staatsausgaben in den Gesundheitssektor zu investieren. Die aktuellen Zahlen der WHO bestätigen längst Vermutetes; nur drei Länder erreichen diese Zielvorgabe.

Die vertretenen Staaten haben sich im Vorfeld auf wichtige und richtige Schritte geeinigt; so spricht man sich für mehr Gesundheitspersonal auch in den Gemeinden, Stabilisierung der Gesundheitssysteme und die Berufung einer Task Force der Afrikanischen Union, aus. Diese soll vor allem die Verfügbarkeit sicherer Daten zu Kindersterblichkeit und deren Gründe verbessern. Zudem sprechen sich die Teilnehmer für eine Mandatserweiterung des Globalen Fonds um die Zielgruppe der Mütter und Neugeborenen aus.

Schon jetzt spiegelt die Berichterstattung allerdings eher ein illusteres Bild zwischen schwerbewaffneter Bodyguards rund um den selbsternannten „König der Könige“ Gaddafi und den Diskussionen über die  Aufstockung der Amisom Truppe zur militärischen Sicherung der somalischen Übergangsregierung wieder. Beides kickt die sterbenden Mütter und Kinder Afrikas von der Agenda!

Die gemachten Versprechen wirken neben all dem Glitter der libyschen Königsschar und dem allgemeinen Motto „Waffenschau“ wie eine Farce. Ohne das nötige politische Commitment bleiben schöne Worte eben schöne Worte. „Dass seit den Anschlägen nach der WM in Kampala 180.000 Mütter und Kinder gestorben sind, ist das eigentliche Sicherheitsrisiko, dem sich die AU stellen muss“, so unsere Pressefrau vor Ort Tanya Weinberg.

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