Milleniumsziel 1: Armut und Hunger bekämpfen

MDG 1 Fungai (11) lebt in einem Slum in Harare, Simbabwe.

Die Situation:
Nach neuesten Schätzungen der UN Landwirtschafts- und Ernährungsorganisation (FAO) können 925 Millionen Menschen ihren täglichen Energiebedarf von mindestens 1.800 kcal nicht decken – sie hungern. Etwa 300 Millionen davon sind Kinder.

Das Ziel:
Der Anteil der Weltbevölkerung, der an Hunger leidet, soll bis 2015 halbiert werden

Von der Hand in den Mund – Fungais Geschichte

Eine handvoll Maismehl und ein paar Tropfen Öl –  das ist oft die einzige Mahlzeit für Fungai (Foto). Der 11-Jährige wohnt in einem der ärmsten Vororte von Harare, der Hauptstadt Simbabwes. Hier leben Zehntausende Familien, vertrieben aus ihren Häusern und Dörfern, zusammengepfercht auf engstem Raum – ohne sauberes  Trinkwasser, ohne Strom und ohne sanitäre Einrichtungen. Es gibt weder Schulen für die Kinder noch medizinische Versorgung für die Kranken. Fungais Alltag ist ein erbitterter Kampf ums Überleben. Er ist eines von 300 Millionen Kindern weltweit, die hungern.

Fungai muss hart arbeiten, um wenigstens hin und wieder eine Schale Maisbrei zu bekommen. „Oft habe ich tagelang gar nichts zu essen. Ich frage die Nachbarn, aber die haben meist selbst nichts. Ich schleppe Feuerholz oder bringe Getreide zur Mühle. Manchmal bekomme ich dafür etwas zu essen, manchmal nicht. Aber ich kann mich nicht beklagen, ich bin ja nur ein Kind.“

Fungais Heimat ist ein Land im Ausnahmezustand: Von den 12 Millionen Einwohnern des Landes leben 64,2 % unterhalb der Armutsgrenze. Ein Drittel aller Kinder sind chronisch unterernährt. Heute wird eine Frau in Simbabwe durchschnittlich 45, ein Mann 46 Jahre alt. Nirgendwo in der Welt ist die Lebenserwartung geringer.

Fungai hockt in der winzigen Hütte auf dem Boden. Außer einem schmalen Bett und einem wackeligen Tisch gibt es keine Möbel. Seit dem Tod seiner Mutter ist er sich selbst überlassen. Sein Vater verschwand, um Arbeit im benachbarten Sambia zu suchen, und ließ seine vier Kinder zurück.

„Ich brauche dringend etwas zu essen und ich möchte zur Schule gehen. Aber meinen Vater will ich nicht wiedersehen. Er hat mich immer geschlagen“, erzählt Fungai. Er vermisst seine Geschwister. Sein älterer Bruder lebt mit Freunden auf der Straße. Den jüngern Bruder hat sein Vater vor kurzem zu sich geholt. Seine kleine Schwester wohnt bei einer Tante. „Sie kommt manchmal zu Besuch und bringt etwas Öl und Maismehl mit. Aber sehr lange reicht das Essen nie.“

Es sind Kinder wie Fungai, denen Save the Children hilft. Gemeinsam mit dem Welternährungsprogramm (WFP) versorgen wir Zehntausende Familien zunächst mit dringend benötigten Nahrungsmitteln. Darüber hinaus richtet Save the Children überall im Land lokale Zentren ein, in denen Lebensmittel gezielt an unterernährte Kinder verteilt werden. Langfristig planen wir, Gesundheitszentren und Schulen wieder aufzubauen, damit Kinder wie Fungai eine Zukunftschance haben.

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