Save the Children und der Kampf gegen Ebola

Walter Lindner während des Pressegesprächs bei Save the Children

 

Kathrin Wieland ist die Geschäftsführerin von Save the Children Deutschland. Auf diesem Blog erzählt sie regelmäßig von ihrer Arbeit und der Arbeit ihrer Kollegen in Krisenregionen weltweit.

Am Freitag war der Ebola-Sonderbeauftragte der Bundesregierung Walter Lindner bei uns. Im Rahmen eines Pressegesprächs hat er sich von unserer Arbeit begeistert gezeigt. Da musste ich gleich an mein Blog von vergangener Woche denken und grinsen: Stichwort „Mitarbeitermotivation“.

Was kann es auch Schöneres geben, als wenn einer sagt: „Ich bin froh, dass es die Organisation gibt, wenn es sie nicht gäbe, müsste man sie erfinden.“ In seiner Funktion ist Walter Lindner mehrfach ins Krisengebiet gereist und hat offenbar dort auch immer wieder unsere Projekte besucht. Über seine Begeisterung habe ich mich so gefreut, dass ich seinen O-Ton gleich an alle Kollegen im Berliner Büro geschickt habe. Die waren natürlich genauso erfreut. So mancher Kollege muss ja immer noch erklären, wer wir eigentlich sind, da unsere deutsche Niederlassung noch relativ jung ist – in Deutschland gibt es erst seit Ende 2004 wieder eine Vertretung von Save the Children. Wenn dann ein so Save the Children Community Care Centre (CCC) in Dolo Town, Liberia,November 2014beeindruckender Gesprächspartner sagt, dass wir international als wichtiger Player wahrgenommen werden, tut das schon sehr gut.

Save the Children denkt über den Tag hinaus

Ich möchte natürlich auch verraten, warum Walter Lindner eigentlich da war. Wir haben am Freitag im Rahmen eines Pressegesprächs unseren neuen Bericht A Wake Up Call: Lessons from Ebola for the world’s health systems vorgestellt. Lindner kam, um die Wichtigkeit unseres darin geäußerten Anliegens zu unterstreichen. Er stimmt uns nämlich darin zu, dass es nicht nur darum gehen kann, den drei Ländern, die am stärksten von der aktuellen Ebola-Epidemie betroffen sind, wieder auf die Beine zu helfen. Wie sie die Hilfe verstärken wollen, haben die EU-Länder heute in Brüssel besprochen. Lindner hat selbst an der großen Ebola-Konferenz teilgenommen, um deutlich zu machen, dass auch Deutschland auf Nachhaltigkeit setzt. Für uns bedeutet das, dass die internationale Gemeinschaft dafür sorgen muss, die Länder mit den höchsten Mütter- undSave the Children stellt Handwaschstationen bereit Kindersterblichkeitsraten in der Stärkung ihrer Gesundheitssysteme dringend zu unterstützen.

Save the Children fordert eine weltweite medizinische Grundversorgung

Das ist deshalb nötig, weil sonst die nächste Seuche weitere Länder in die Knie zwingt. An den Beispielen Sierra Leone, Liberia und Guinea haben wir gesehen, wie wirklich jeder Lebensbereich von einer solchen Epidemie beeinträchtigt wird: Krankenhäuser, Schulen und Behörden sind zu großen Teilen bis heute geschlossen, die Versorgung vor allem in abgelegenen Gebiete wird erschwert oder ganz unmöglich gemacht, ganze Wirtschaftssysteme brechen zusammen, das soziale Leben sowieso. Und das bei einer Krankheit, bei der „nur“ der direkte Körperkontakt vermieden werden muss. Nun stellen Sie sich eine extreme Grippe-Epidemie vor, bei der das Virus auch durch die Luft übertragen werden kann…

Wenn Gesundheitssysteme stabil sind, also eine flächendeckende medizinische Grundversorgung gewährleistet ist, können Krankheitsausbrüche schneller erkannt und dann auch wieder schneller gestoppt werden, so dass die normale Vorsorge z.B. bei Schwangerschaften und Routine-Impfprogrammen weiterlaufen kann. In den Ebola-Gebieten mussten alle Impfungen ausgesetzt werden, zu hoch war die Gefahr der Ansteckung. Auch ohne solche Ausnahmesituationen sterben heute täglich 17.000 Kinder an vermeidbaren Krankheiten. Womit wir wieder bei den Zielen für 2030 wären, über die ich in meinem Blog am 20. Februar geschrieben habe. Wenn wir bis 2030 eine weltweite medizinische Grundversorgung aufgebaut haben, kommen wir einem unserer wichtigsten Ziele näher: nämlich, dass kein Kind auf dieser Welt mehr an einer vermeidbaren Krankheit stirbt.

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