Der Kampf gegen Ebola geht weiter

Über die Autorin: Elisa Marcon ist Program Management Officer bei Save the Children und zurzeit in Liberia tätig.

Als ich Anfang März in Monrovia (Liberia) ankam, kämpfte das Land gerade gegen die letzten Ebola-Fälle und fand langsam zur Normalität zurück. Ich habe gesehen, wie die Stadt wieder zum Leben erwachte, als immer weniger Ebola-Fälle auftraten und wir darauf warteten, dass Liberia für Ebola-frei erklärt wird. Ich habe die Freude in den Gesichtern meiner Kollegen gesehen, als wir 42 Tage ohne eine einzige Neuinfektion überstanden hatten. Ich habe in ihren Augen neue Hoffnung gesehen. Jetzt, nach einigen Monaten ohne Ebola, gibt es in der Margibi-Region neue Fälle.

Margibi war bereits 2014 stark von der Krankheit betroffen. Während unserer täglichen Meetings mit anderen Organisationen hören wir im Radio wieder Beiträge und Songs über Ebola. Seit dem Ende des letzten Ausbruchs waren diese Nachrichten verschwunden, doch jetzt sind sie wieder da und warnen die Menschen vor dem Virus. Es gibt außerdem wieder Kontrollpunkte, an denen wir unsere Hände waschen müssen und unsere Temperatur gemessen wird.

Save the Children spielt eine wichtige Rolle bei der Koordination der Ebola-Nothilfe in den betroffenen Ländern. Wir statten die Gesundheitsstationen mit Hygiene- und Präventionsmaterial aus und arbeiten mit lokalen Gesundheitsmitarbeitern zusammen, die in den Gemeinden über die Krankheit, ihre Ausbreitung und ihre Behandlung aufklären.

Ebola hat den Menschen so viel genommen und Angst und Misstrauen geschürt. Es hat Menschen dazu gezwungen ihre Verhaltensweisen zu ändern und das Land auf die Probe gestellt. Ein Ebola-Überlebender sagt: „Wir haben gerade erst begonnen, unser Leben wieder in die Hand zu nehmen. Aber ich fürchte, dass mit den neuen Fällen die Stigmatisierung der Überlebenden noch schlimmer werden wird.“ Die Angst vor den Überlebenden wächst immer weiter: Sie werden isoliert und misstrauisch beäugt, besonders nach den neuen Ebola-Fällen. Deswegen müssen wir weiter daran arbeiten, dass die Wiedereingliederung der Überlebenden in ihre Gemeinden einfacher wird. Wir müssen dafür sorgen, dass die Menschen mehr über das Virus wissen, um Spekulationen und Fehlinformationen zu vermeiden.

Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Ebola zum ersten Mal in der Geschichte endemisch wird. Aber das Land ist jetzt stärker und neue Fälle können schneller identifiziert und kontrolliert werden. Ich bin mir sicher, dass dieser und zukünftige Ausbrüche kontrollierbar sein werden.

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