“Trikots ohne Grenzen”: Wie Fußballtrikots Kindern helfen

Othman, 6, flüchtete mit seiner Familie aus Syrien in den Libanon. Wenn er groß ist, möchte er Profifußballer werden.

Ein Interview mit den Gründern von “Trikots ohne Grenzen” Jens Möller und Thomas Rudolf

Seit 2014 unterstützt die Organisation „Trikots ohne Grenzen“ viele unserer Projekte und konnte auf diese Weise schon zahlreichen Kindern helfen. In den vergangenen drei Jahren erhielten wir dank der Arbeit von Trikots ohne Grenzen bereits über 22.000 Euro an Spendengeldern. Jetzt haben wir Jens Möller und Thomas Rudolf, die Gründer und Geschäftsführer der Organisation, zum Interview getroffen.

Jens Möller (rechts) und Thomas Rudolf (links)Save the Children: Guten Tag, Herr Möller. Was genau macht Trikots ohne Grenzen?
Jens Möller: Trikots ohne Grenzen ist eine gemeinnützige Organisation, die signierte und matchgetragene Fußballtrikots für den guten Zweck versteigert. Die Erlöse aus den Auktionen übergeben wir anschließend an Save the Children, die mit den Spendengeldern ausgewählte Kinderhilfsprojekte rund um den Globus vorantreiben.

Save the Children: Wie kamen Sie auf die Idee, Trikots ohne Grenzen zu gründen?
Jens Möller: Ganz ursprünglich war es einmal mein Plan, Trikots ohne Grenzen ins Leben rufen, um alte Trikotsätze von Bundesliga-Vereinen einzusammeln, in Entwicklungsländer zu schicken und fußballbegeisterten Kindern und Jugendlichen damit eine Freude zu machen. Einige Hilfsorganisationen warnten mich in Gesprächen aber vor hohen Logistikkosten, Gebühren und Zöllen. Außerdem betonten sie, dass Geldspenden viel besser geeignet seien, um den Menschen vor Ort wirklich zu helfen. Daraufhin machte ich mir noch mal Gedanken und kam auf die Idee, die Trikots nicht mehr zu verschicken, sondern zu versteigern. Nachdem ich Thomas (Rudolf, Anm. d. Red.) von der Idee erzählte, war er sofort begeistert und wollte das Projekt mit mir in Angriff nehmen – die Geburtsstunde von Trikots ohne Grenzen.

Save the Children: Was war das erfolgreichste Trikot, das Sie bisher versteigert haben?
Thomas Rudolf: Das war ein DFB-Trikot, das von unserer Weltmeistermannschaft 2014 signiert wurde. In einer Auktion unmittelbar nach dem Ende der Weltmeisterschaft in Brasilien erzielte es den sagenhaften Preis von 3.121 Euro.

Save the Children: Kann man Sie bei Ihrer Arbeit unterstützen?
Jens Möller: Ja, absolut! Von der Ausrichtung her ist Trikots ohne Grenzen schon immer ein Gemeinschaftsprojekt. In den vergangenen Jahren konnten wir nur deshalb erfolgreich sein, weil viele Vereine, Ausrüster, Agenturen und Freunde an unser Projekt geglaubt und uns sowohl ideell als auch materiell, z.B. mit Trikotspenden, unterstützt haben. Dank ihrer Hilfe konnten wir bei Trikots ohne Grenzen unsere Arbeit machen und vielen notleidenden Kindern ein besseres Leben ermöglichen. Damit das so bleibt, setzen wir auch in Zukunft auf Teamwork, d. h. jeder der uns gerne unterstützen möchte, ist herzlich willkommen. Ob es sich bei dieser Unterstützung um einen „Like“ auf unserer Facebook-Seite, eine finanzielle Zuwendung oder eine Trikotspende handelt, ist uns nicht so wichtig. Viel wichtiger ist es für uns zu sehen, dass die Leute aktiv mithelfen wollen, unsere Welt ein kleines Stückchen besser zu machen.

Unter anderem wurden mit den Spenden von "Trikots ohne Grenzen" provisorische Klassenzimmer in Nepal errichtet, nachdem das schwere Erdbeben 2015 zahlreiche Schulen zerstört hatte.Save the Children: Welche unserer Projekte haben Sie bislang mit Ihren Spenden unterstützt?
Thomas Rudolf: Im Jahr 2014 haben wir in Afrika z.B. Nothilfeprojekte in Ebola-Gebieten unterstützt, die Kindern und deren Familien eine medizinische Versorgung ermöglichten. 2015 haben wir den Erdbebenopfern in Nepal durch die Errichtung provisorischer Klassenzimmer geholfen. Zuletzt haben wir den Bau von Fußball- und Spielplätzen für syrische Flüchtlingskinder im Libanon und in Jordanien unterstützt.

Save the Children: Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?
Jens Möller: In diesem Jahr haben wir die 20.000 Euro-Grenze an gesammelten Spendengeldern durchbrochen. Das hat uns natürlich sehr gefreut, denn es hat uns gezeigt, dass wir mit unserer Arbeit tatsächlich etwas bewirken können. Wir wollen unsere erfolgreiche Arbeit daher auch in Zukunft fortsetzen und freuen uns über jeden, der uns dabei unterstützt und begleitet.

Save the Children: Herr Möller und Herr Rudolf, vielen Dank für das nette Gespräch.
Jens Möller & Thomas Rudolf: Sehr gerne!

Mehr Infos zu “Trikots ohne Grenzen” finden Sie hier:
www.trikots-ohne-grenzen.de
https://www.facebook.com/trikotsohnegrenzen

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