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Hilfe für Haiti – kurzfristig und langfristig

Heute beginnt in der kanadischen Stadt Montréal die erste Wiederaufbau-Konferenz für das vor knapp zwei Wochen von einem Erdbeben verwüstete Haiti. Dort treffen sich mehrere Geberländer, unter anderem die USA, Kanada und Frankreich, um die Hilfen für den Karibikstaat besser koordinieren zu können. Auf einer weiteren Konferenz im März soll dann über zusätzliche finanzielle Hilfen für Haiti entschieden werden.

Save the Children konnte bereits mehr als 90.000 Kindern und Erwachsenen im Katastrophengebiet in und um die haitianische Hauptstadt Port-au-Prince helfen. Wir liefern Nahrung, Wasser, Arzneimittel, unsere medizinischen Notfallteams leisten Soforthilfe. Wir verteilen Pakete mit wichtigen Hygieneartikeln, helfen dabei, sichere Unterkünfte aufzubauen und Schutzzonen („Child Friendly Spaces“) einzurichten, in denen Kinder vor Gefahren geschützt sind und zumindest für einige Momente den Schrecken des Erdbebens vergessen können. Neben dieser schnellen Reaktion auf die Katastrophe arbeiten wir an einem auf mindestens fünf Jahre angelegten Wiederaufbau-Plan für Haiti, um Kindern und ihren Familien ein besseres Leben zu ermöglichen.

Keine vorschnellen Adoptionen in Haiti

Save the Children Haiti
[Foto: Antonio Bolfo/Getty Images for Save the Children]

In den Berichten der Fernsehsender über die Katastrophe in Haiti sind auch immer wieder kleine Kinder zu sehen, die ohne Begleitung durch die Straßen laufen, allein für Essen anstehen und, zumindest auf den ersten Blick, keinen Kontakt mehr zu ihren Eltern und Verwandten haben. Wir warnen aber davor, diese Kinder vorschnell zu Waisen zu erklären und zur Adoption freizugeben. Denn bevor nicht zweifelsfrei geklärt ist, ob doch noch Eltern oder Verwandte am Leben sind, ist eine Auslandsadoption für die Kinder ein kaum zu kalkulierendes Risiko. Schon vor dem Erdbeben brachten viele Eltern ihre Kinder in Haitis Waisenhäuser, weil sie diese nicht mehr versorgen konnten.

In Haiti kümmern wir uns zurzeit um den Schutz jener Kinder, die ihre Eltern verloren haben oder von ihnen getrennt wurden. Wir versuchen, überlebende Angehörige zu finden. Die Vereinten Nationen haben uns damit beauftragt, Schutzzentren für Kinder im Erdbebengebiet aufzubauen.

Roger Cicero unterstützt Arbeit von Save the Children in Haiti

Roger Cicero

„Das Erdbeben in Haiti hat die ohnehin schon arme Bevölkerung hart getroffen. Vor allem Kinder sind traumatisiert, brauchen dringend medizinische Versorgung und schützende Unterkunft. Jetzt müssen wir alles tun, um den Menschen in Haiti zu helfen“, sagt Swing-Star Roger Cicero, der unsere Arbeit im Erdbebengebiet von Haiti unterstützt. Seit September 2007 engagiert sich der Sänger auch in der Öffentlichkeit für Save the Children.

„Es geht um Leben und Tod! Niemand weiß wie viele Kinder noch unter den Trümmern verschüttet sind. Wir dürfen nicht zulassen, dass es nach dem verheerenden Erdbeben jetzt eine zweite Katastrophe gibt und Tausende an Hunger und Krankheiten sterben. Deshalb unterstütze ich die Nothilfe von Save the Children und bitte jeden von Ihnen, das auch zu tun. Geben Sie den Mädchen und Jungen in Haiti mir Ihrer Spende wieder eine Zukunft.“

Hilfe in Haiti läuft an

Foto: Joe Raedle/Getty Images

Nach dem verheerenden Erdbeben der Stärke 7.0, das gestern Haiti erschütterte, organisiert Save the Children jetzt die dringend nötige Hilfe für die betroffenen Kinder und Familien.

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Dirk Niebel in Afrika

Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel reist zurzeit durch Afrika, besucht die Länder Ruanda, Kongo und Mosambik und will sich nach eigenem Bekunden dort darüber informieren, welche Fortschritte die Bekämpfung der Armut macht und wie Deutschland “Hilfe zur Selbsthilfe” leisten kann. Klingt erstmal wenig spektakulär. Dennoch interessieren sich nicht nur viele Medien für die erste Auslandsreise des Ex-FDP-Generalsekretärs, auch Vertreter von Entwicklungshilfeorganisationen beobachten genau, was er sagt und was er tut. Der Grund dafür ist Niebel selbst.

Denn bevor er von Kanzlerin Merkel als Minister berufen wurde, hatte Niebel mehrfach gefordert, das Entwicklungsministerium abzuschaffen. In einem seiner ersten Interviews als Minister forderte Niebel, sämtliche Zahlungen an China zu streichen. Und jüngst sagte er, dass man sein Ministerium erstens nicht als “Welt-Sozialamt” begreifen solle und dass zweitens Hilfsorganisationen etwa in Afghanistan viel enger mit der Bundeswehr und anderen westlichen Truppen zusammenarbeiten sollten, als sie es bisher tun.

Viele NGO-Vertreter halten halten Niebels Forderungen für gefährlich. Warum sie das so sehen, erfahren Sie in diesem kurzen TV-Beitrag, der gestern in der ZDF-Sendung “Berlin direkt” lief.