Zur Konferenz von gestern

Die Konferenz ist vorbei und in meinen Augen gut gelaufen. Es gab einige wirklich beeindruckende Referenten, aber – wie immer bei solchen Konferenzen – auch ein, zwei, die schnell schläfrig machten. Aber die meisten Vorträge und Gespräche haben mich in dem bestätigt, was wir tun und wofür wir kämpfen und ich bin heute zwar etwas müde aber auch motiviert und inspiriert.

Es war richtig gut, mit vielen Experten, auch kritischen, sprechen zu können. Ich habe mit 2 Vertretern gesprochen, die vor allem dem Access Blocking kritisch gegenüberstehen, und ich habe eine Menge verstanden und gelernt. Das ändert nichts an meiner Position dazu (und wahrscheinlich auch nicht an Ihrer), aber es war wichtig, mal die Hintergründe zu verstehen. In den Blogs werden die Argumente oft verkürzt dargestellt, vieles wird platt, rein emotional oder zynisch dargestellt und das hilft nicht, die beste Lösung zu finden.

Gut fand ich auch, dass sich viele der beteiligten NGOs einig waren, dass das Internet auf keinen Fall von uns verteufelt werden darf! Wir sollten den Kindern und vor allen Dingen ihren Eltern auf keinen Fall „Angst machen“, die Risiken überzeichnen, sondern Chancen und Risiken differenziert betrachten und die Kinder und Jugendlichen in die Lage versetzen, sich „sicher“ im Netz zu bewegen. Aber natürlich müssen wir ihnen klar machen, dass es – wie im wirklich Leben auch – jede Menge Schrott und Dinge gibt, die ihnen wirklich gefährlich werden können.

Was mich freut ist, dass das Thema Opferidentifizierung, -schutz und –hilfe von der Presse aufgenommen wurde. Es wird so oft vergessen und wir dürfen es keinesfalls vergessen.

Die Frage ist natürlich, was jetzt kommt, wie es weiter geht. Wir werden auf jeden Fall weiter daran arbeiten und nun noch dringlicher fordern, dass die Seiten, auf denen sexuelle, körperliche und seelische Gewalt gegen Kinder und Jugendliche gezeigt wird, nun auch gelöscht werden müssen. Access Blocking war in unseren Augen ein erster wesentlicher Schritt. Jetzt müssen die rechtlichen Grundlagen in den Europaratsländern her um dann mit Druck dieser Staatengemeinschaft in möglichst vielen Ländern zu löschen. Ein „hehres Ziel“, ich weiß, aber wir haben viele solcher hehren Ziele und wir geben nicht so schnell auf.

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