Total vernetzt: Die Global Digital Citizenship Konferenz

Das Family Online Safety Institute veranstaltete am 16. September 2009 in Paris diese europäische Fachtagung, mit dem Ziel, die Vernetzung von Expertinnen und Experten sowie Regierungs- und Interessensvertreterinnen und -vertretern zu fördern. Die Diskussionen darum, wie ein erfolgreicher internationaler Anstoß gegeben werden kann, um eine sichere und verantwortungsvolle Onlinenutzung zu gewährleisten wurden mit Blick auf die Herausforderungen geführt, wie sich unternehmerische Verantwortung entwickeln kann. Besonders interessant war die Diskussion, ob soziale Netzwerke in Bezug auf die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen Freund oder Feind seien.

Communities oder soziale Netzwerke wie MySpace oder SchülerVZ sind sogenannte Web 2.0 – Angebote, deren Inhalte hauptsächlich durch die Nutzer gestaltet werden. Sie bieten die Möglichkeit, Steckbriefe und kleine Homepages anzulegen, Fotos und Videos einzubinden, Blogs (eine Art Internet-Tagebuch) zu führen, Gruppen oder Foren zu gründen und sich über diese Plattformen mit den Freunden zu vernetzen und auszutauschen. Auch bieten diese Plattformen Möglichkeiten wie z.B. berühmt zu werden durch einen auf Youtube.com veröffentlichten Videoclip oder das Wiederfinden „alter“ Schulkameraden etc.

Dennoch gibt es ebenfalls viele Risiken, die mit der Freigabe persönlicher Daten in einer solchen Community verbunden sind. So können beispielsweise Cyberkriminelle mühelos an Informationen gelangen, die sie für gezielte Attacken gegen die Nutzer verwenden können, z.B. für personalisierte Spam- und Phishing-Attacken. Auch der Diebstahl der Identität, Cyber Stalking und die Sammlung von persönlichen Daten zu Werbezwecken sind negative Beispiele, die mit der Nutzung von sozialen Netzwerken einhergehen können.

Der einfachste Weg, seine Daten zu schützen ist, sich bei keiner Social Community anzumelden. Für die meisten Kinder und Jugendliche ist dies jedoch keine Option. Sinnvoller ist es, Kinder und Jugendliche darüber aufzuklären, was mit ihren Daten passieren kann, welche Informationen sie im Netz preisgeben können und welche nicht und wie sie sich am besten vor dem Missbrauch ihrer Daten schützen können. Dies kann auch durch technische Hinweise unterstützt werden. Denn trotz all dieser negativen Aspekte können Social Communities das soziale Leben sehr bereichern. Vor allem, wenn man mit seinen Daten sparsam umgeht und die gleiche Vorsicht gegenüber Fremden wie im täglichen Umgang walten lässt, bieten Communities eine Vielzahl von interessanten und neuen Kommunikationsmöglichkeiten.

Aus diesem Grund stellt sich die Frage, ob ein soziales Netzwerk Freund oder Feind ist für mich im Grunde nicht. Denn letztendlich kommt es doch auf den Nutzer und sein Verhalten an, und wofür die Community genutzt wird.

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