Menschen wie Du und ich – Was Save the Children-Mitarbeiter am Wochenende so treiben

Bidjan Nashat, Weneta Suckow und Robin Schulz-Algie (von links)

Über den Autor: Bidjan Nashat leitet die Programmabteilung von Save the Children Deutschland. Gemeinsam mit Weneta Suckow und Robin Schulz-Algie ist er dort u.a. für die Flüchtlingsarbeit von Save the Children verantwortlich.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Nein, wir sind keine Heiligen und ja, wir haben auch noch ein Leben jenseits der Rettung von Kindern in aller Welt. Trotzdem ist auch uns vom Berliner Büro ein ehrenamtlicher Einsatz „im Feld“ hin und wieder sehr wichtig. Und das bedeutet eben nicht immer, eine Reise in ein Flüchtlingslager nach Jordanien zu unternehmen.

Ein Besuch im Feld ist deshalb wichtig, weil wir dabei tatsächlich in Berührung mit den Kindern kommen, für die wir hier tagtäglich wirbeln. Und Flüchtlinge gibt es ja mittlerweile auch hier – wenn auch lange nicht so viele, wie in den angrenzenden Staaten der Krisenländer. So hat eine kleine Gruppe von uns neulich ehrenamtliche Arbeit mit Flüchtlingskindern in der Moabiter Traglufthalle in Berlin geleistet. Robin hat am Sonntag vier Stunden in der Küche geschnibbelt, geschrubbt und gerührt und Weneta und ich waren am Samstag mit den Kindern und Familien draußen Fußball spielen.

Hinter jeder Flüchtlingszahl stehen viele Geschichten

Als ich am Samstagmittag in die voll ausgelastete Halle kam und die Schlange von über hundert Menschen zur Essensausgabe sah, bekamen die Zahlen, die wir alle täglich in den Zeitungen lesen, endlich Gesichter: Es sind eben Menschen, die in Europa Zuflucht suchen. Hinter jeder und jedem einzelnen steht ein Schicksal, oft eine Familie oder sogar ein ganzes Dorf, die alles Geld zusammen geworfen haben, um eine Person nach Europa fliehen zu lassen in der Hoffnung, dass sie etwas für sich, die Familie, das Dorf bewirken können.

Gleiche Regeln für alle

Beim Fußball spielen kann man erleben, welche Chancen Globalisierung mit sich bringt. Innerhalb von eineinhalb Stunden hatte jeder jeden anderen einmal mit dem Ball nach vorne stürmen oder am Boden liegen sehen, man half sich gegenseitig auf oder spielte sich den Ball durch die Beine des Gegners zu. Es war dabei völlig unerheblich, ob man dieselbe Sprache Zeichnungen der Flüchtlingskindersprach oder nicht, ob man Kind, Mann oder Frau war – die Fußballregeln sind überall auf der Welt gleich und bilden so eine Art Universalsprache. Ich kann hier leider keine Fotos von den Flüchtlingen veröffentlichen, der Persönlichkeitsschutz ist uns sehr wichtig. Anstelle dessen aber habe ich ein Bild von den Zeichnungen eingefügt, die die Kinder in der Traglufthalle gemalt haben.

Wir helfen den Flüchtlingen – die Flüchtlinge bereichern uns

Ein bisschen haben wir natürlich trotzdem noch mit den Kindern gesprochen. Für mich persönlich und auch für die Kollegen war es eine Bereicherung zu hören, mit welchen Ambitionen, Wünschen und Potenzialen sich die Flüchtlinge in unsere Gesellschaft einbringen möchten. Natürlich war auch hoch interessant zu erfahren, an welchen Stellen unsere Arbeit wie wirkt. Save the Children ist ja an allen Stationen, die ein Flüchtling vom Verlassen seiner Heimat bis zu seiner Unterbringung in einer Einrichtung für Flüchtlinge durchläuft, involviert. Seit kurzen haben wir auch ein Programm in Deutschland, das die Rechte von Flüchtlingskindern hier im Land stärkt.

KINDERrechte für KINDERflüchtlinge

Im Rahmen dieses Programms fand vergangene Woche  die Jurysitzung für unseren Projektwettbewerb KINDERrechte für KINDERflüchtlinge statt. Insgesamt wurden dabei neun Initiativen, die in Deutschland mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen zusammenarbeiten, für eine Förderung durch Save the Children ausgewählt. Wir haben uns riesig gefreut, dass unter anderen die ehemalige Bundestagsvorsitzende Rita Süssmuth, der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung und Schirmherr unseres Programms Christoph Strässer sowie Vertreter vom UNHCR, dem Bundesfachverband Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge und Phineo hier bei uns zu Gast waren. Mehr zu den von nun an von uns geförderten Initiativen finden Sie hier. Übrigens kann jeder, der möchte, bei fast allen Flüchtlingsinitiativen volontieren – vor allem nach den oben beschriebenen Erfahrungen kann ich das nur empfehlen: Jeder kann sich ein Bild von den Menschen machen, die zu uns kommen. Es ist eine Bereicherung.

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