Kinder und ihre Familien gegen Katastrophen stark machen – Indien-Projektreise mit unseren Partnern C&A und C&A Foundation

Schon die Jüngsten bringen ihre Ideen in die Projekte ein und lernen voller Freude wie eine nachhaltige Vorsorge funktioniert.

Mit seiner hohen Bevölkerungsdichte und der Ungleichverteilung von Ressourcen zählt Indien zu einem der von Katastrophen und Krisen gefährdetsten Länder der Welt. Ökonomischer Druck drängt die Bevölkerung vom Land in die Städte, deren Infrastrukturen begrenzt sind, dies resultiert in informellen Siedlungen wie Slums in städtischen und stadtnahen Gebieten. Zugleich wird prognostiziert, dass die Intensität der Naturkatastrophen, die Indien treffen können, in den kommenden Jahrzenten zunehmen wird. Aus diesem Grund ist Indien eines der Schwerpunktländer in der weltweiten Arbeit von Save the Children.

Neben akuter Nothilfe in Krisensituation legen wir bei unserer Projektarbeit vor Ort einen Fokus auf Katastrophenvorsorge/Disaster Risk Reduction (kurz: DRR). Auch wenn sich Naturgewalten nicht beeinflussen lassen, können wir mit effektiven Vorsorge-Projekten unzähligen Kindern und Erwachsenen das Leben retten und sie für drohende Krisen stärken.

Anfang April besuchten wir mit Vertretern von C&A und C&A Foundation Projekte im Bundesstaat Westbengalen in Indien. Darunter auch fünf C&A Mitarbeiterinnen aus Polen, Österreich, Kroatien und Slowenien, die sich im letzten Jahr besonders für die Partnerschaft engagiert haben. Save the Children und C&A und C&A Foundation verbindet seit 2015 eine globale mehrjährige Partnerschaft: mit ihrer Unterstützung leisten wir weltweit Nothilfe für Mütter und Kinder in Katastrophen- und Konfliktsituationen und setzen Katastrophenvorsorgeprojekte unter anderem in Bangladesch, China, Mexico und auch Indien um.

Shibtala Lane – Kinder als aktive Mitgestalter

Als aktive Mitgestalter von Gesundheits- und Gefahrenaufklärung unterstützen Kinder und deren Eltern andere Familien aus der Umgebung. Gleich am ersten Nachmittag trafen wir eine beeindruckende Kindergruppe im Save the Children Projekt im Shibtala Lane Slum mitten in Kalkutta. Gemeinsam mit ihren Müttern engagieren sich die Kinder und Jugendliche dort für ein sichereres Umfeld und beschäftigen sich mit Gesundheits- und Gefahrenaufklärung, um das Erlernte wieder in ihre Familien zu tragen oder anderen Kindern beizubringen. Die 17-Jährige Rubina erklärte uns die Wege und Evakuierungspläne rund um Shibtala Lane, die sie gemeinsam erstellt hatten und die 13-Jährige Taran erzählte uns selbstbewusst von ihren Zukunftswünschen als Polizistin zu arbeiten.

 Nothilfe und Katastrophenvorsorge gehen Hand in Hand

Wie wichtig nicht nur Katastrophenvorsorge sondern auch schnelle, effiziente Hilfe im Notfall ist, erfuhren wir am zweiten Tag von den MütternEine vorausschauende Planung ist die Grundlage für schnelle und effiziente Hilfe im Ernstfall. Erfahrungen auszutauschen und in die Planung zu integrieren kann helfen, Leben zu retten. und Kindern in zwei Dörfern in Westbengalen – Kajla und Chandiveti – die im Juli 2015 vom Zyklon Komen und den folgenden heftigen Regenfällen und Fluten betroffen waren. Gemeinsam mit lokalen Partner-NGOs war Save the Children unmittelbar vor Ort, um schnelle und nachhaltige Unterstützung für Familien und Kinder zu leisten und sie mit lebensnotwendiger Nothilfe wie Hygiene Kits, Planen, Solarlampen, Wasserkanistern und Moskito- Netzen zu versorgen.

Schulen als fester Bestandteil einer Vorsorgestrategie

Am letzten Tag unserer Projektreise besuchten wir die Waheed Memorial School in der das neue School Disaster Management Resource Center mit allen 167 Schülern feierlich eröffnet wurde. Das Center ist gleichermaßen eine Wissensressource und Lehrstelle zur Katastrophenvorsorge,  wie auch ein Anlaufpunkt im Notfall. Dort wird erfasst, ob alle Kinder in Sicherheit sind, welche Orte sicher und ungesichert sind und die dortige Technik kann im Notfall mit LCD und Solar-Backup betrieben werden. Das aber Vorsorge nicht immer nur Katastrophen betrifft und schon im Kleinen anfängt, zeigte uns die Kindergruppe im Projekt im Broad Street Slum: in kleinen Rollenspielen erklärten uns Suraiya und Farha, beide fünf Jahre alt, die „Sechs Schritte zum richtigen Händewaschen“, mit denen sie Hygiene- und Infektionsrisiken verringern können.

Beeindruckt von der Stärke, dem Mut und dem Selbstbewusstsein der Kinder vor Ort wurde uns erneut bewusst, wie wichtig es ist, allen Kindern die Chance zu geben, selbstbestimmt eine sichere Zukunft aktiv mitzugestalten. Wir sind stolz darauf, sie dabei unterstützen zu dürfen.

Über die Autorin: Eva-Maria Scholz arbeitet in der Abteilung Unternehmenspartnerschaften & Stiftungen bei Save the Children Deutschland. Im April besuchte sie zusammen mit unseren Partnern C&A und C&A Foundation Projekte von Save the Children in Indien.

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