Viele Versprechungen aber wenig Hoffnung – die Bilanz des Armutsgipfels
Was ist eigentlich das Ergebnis des Armutsgipfels in New York? Im Grunde genommen ging das Millenium-Gipfeltreffen gestern mit vielen Versprechungen und wenigen Zusagen zu Ende.
Was ist eigentlich das Ergebnis des Armutsgipfels in New York? Im Grunde genommen ging das Millenium-Gipfeltreffen gestern mit vielen Versprechungen und wenigen Zusagen zu Ende.

Die Situation:
Viele arme Länder müssen mehr Geld für die Bezahlung ihrer Schulden ausgeben als für die dringendsten Bedürfnisse ihrer Bevölkerung.
… steht für „schlechte Luft“
… wird durch den Stich der weiblichen Anophelesmücke übertragen
… betrifft jährlich weltweit fast 250 Millionen Menschen, vor allem in Afrika
… ist somit eine der häufigsten Infektionskrankheiten weltweit
… kann innerhalb weniger Stunden zum Tod führen
… tötet alle 30 Sekunden ein Kind!

Vier Milliarden Dollar, das sind rund drei Milliarden Euro, sollen bei der bevorstehenden internationalen Geberkonferenz in New York für den Wiederaufbau Haitis zusammenkommen. Immer noch sind mehr als eine Million Menschen obdachlos – die Hälfte von ihnen sind Kinder. Ihre Bedürfnisse müssen daher ganz besonders berücksichtigt werden:
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Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel reist zurzeit durch Afrika, besucht die Länder Ruanda, Kongo und Mosambik und will sich nach eigenem Bekunden dort darüber informieren, welche Fortschritte die Bekämpfung der Armut macht und wie Deutschland “Hilfe zur Selbsthilfe” leisten kann. Klingt erstmal wenig spektakulär. Dennoch interessieren sich nicht nur viele Medien für die erste Auslandsreise des Ex-FDP-Generalsekretärs, auch Vertreter von Entwicklungshilfeorganisationen beobachten genau, was er sagt und was er tut. Der Grund dafür ist Niebel selbst.
Denn bevor er von Kanzlerin Merkel als Minister berufen wurde, hatte Niebel mehrfach gefordert, das Entwicklungsministerium abzuschaffen. In einem seiner ersten Interviews als Minister forderte Niebel, sämtliche Zahlungen an China zu streichen. Und jüngst sagte er, dass man sein Ministerium erstens nicht als “Welt-Sozialamt” begreifen solle und dass zweitens Hilfsorganisationen etwa in Afghanistan viel enger mit der Bundeswehr und anderen westlichen Truppen zusammenarbeiten sollten, als sie es bisher tun.
Viele NGO-Vertreter halten halten Niebels Forderungen für gefährlich. Warum sie das so sehen, erfahren Sie in diesem kurzen TV-Beitrag, der gestern in der ZDF-Sendung “Berlin direkt” lief.
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